Gemüsegarten im Winter

Gute Zeit für schwere Arbeiten - Gemüsegärten jetzt umgraben und sich den Frost zu Nutze machen! Es gibt Menschen, die behaupten, im Winter gebe es kaum anfallende Gartenarbeiten. Dabei ist gerade jetzt an frostfreien Tagen die richtige Zeit für wichtige Pflegearbeiten - auch das Umgraben gehört dazu. Allerdings schätzen es die meisten Pflanzen nicht, wenn zwischen ihnen gegraben wird. Gerade zwischen Stauden, Rosen und Ziergehölzen sollten Sie nicht umgraben. Die Pflanzen werden gestört, Wurzeln beschädigt und das Wachstum gehemmt. In einem lockeren und stets gut mit Humus versorgten Beet ist das Umgraben also nicht nötig. Sehr schwere Böden aber sollten Sie jetzt umgraben, damit sie im Winter die sogenannte Frostgare erhalten. In Gemüsebeeten, deren Bepflanzung ständig wechselt, muss der Boden nämlich Schwerstarbeit leisten. Ziel des Umgrabens ist hier vor allem die Belüftung und Lockerung des Bodens. Durch die Umwendung der oberen Erdschicht wird die Entwicklung der Bodenlebewesen gefördert, Nährstoffe können besser frei gesetzt werden und in dem neuen Bodenprofil können die zarten Wurzeln der jungen Gemüsepflanzen im nächsten Frühjahr besser 'Land gewinnen'.

Auch die Ausbreitung einjähriger Unkräuter wird gehemmt. Stark von sogenannten Wurzelunkräutern durchsetzte Flächen dürfen Sie allerdings nicht mit dem Spaten zu Leibe rücken. Giersch und Quecken verstehen die Zerteilung ihrer langen Wurzelgeflechte nämlich als ausgesprochene Verjüngungskur. Aus jedem winzigen Stück wird dann eine neue Pflanze und die Last ist größer als zuvor. Das Aufbrechen der verkrusteten Erdoberfläche erleichtert im Frühjahr auch das Einarbeiten von Dünger und schließlich die Aussaat und Pflanzung.

Für die Bodenbearbeitung im Hausgarten gibt es einige Regeln, die Sie beachten sollten:
Der Boden sollte niemals in vernässtem Zustand bearbeitet werden, weil die Lockerung der Mikrostrukturen - der einzelnen Erdpartikel - dann sehr erschwert wird. Auch sollte der umgegrabene Boden nach der Frosteinwirkung nie zu lange offen liegen. Dann könnten Witterungseinflüsse und kostbare Nährstoffe ausgewaschen werden. Auch die Krümelstruktur wird durch heftige Niederschläge zerstört. Besser ist die Schließung der Oberfläche mit einer Mulchdecke aus Laub oder halbverrottetem Kompost.

Grundsätzlich sollten nur sehr schwere Böden umgegraben werden. Hier wirkt die Frostgare dann wirklich Wunder, weil durch Minusgrade die stark wassergesättigten Erdschollen aufspringen. Für Sie also die halbe Arbeit: Einfach grob spatentief umwenden und auf den Frost warten, der die Lockerung besorgt. Auch die Eier der Schnecken kommen an die Oberfläche und erfrieren dort.

Apropos spatentief: Besser zum Umgraben geeignet ist eine WOLF-Garten Grabegabel - sie schont die nützlichen Regenwürmer und hat ein geringeres Eigengewicht als ein Spaten. Das sollten Sie bei einer Bewegung, die Sie dutzende Male wiederholen, nicht unterschätzen! Anders als bei der Arbeit des Umwendens der Bodenschollen mit dem Spaten, empfiehlt sich mit der Gabel die schonende und kraftsparende Methode: Stechen Sie die Grabegabel ein und führen Sie leichte Bewegungen nach vorne und nach hinten aus. So bleibt die Bodenstruktur in ihrer Schichtung erhalten.

Also genießen Sie an sonnigen Wintertagen die frische Luft und tun Sie Ihrem Boden Gutes!